Cichorium intybus: Gemeine Wegwarte

Die gemeine Wegwarte gehört zu den Korbblütlern und wird seit dem Mittelalter zur Arzneimittelherstellung genutzt. Mythen schreiben ihr sogar Zauberkräfte zu. Wie ihr Name bereits besagt findet man sie häufig am Wegesrand. Blütezeit ist von Juni bis Oktober. In Italien wird die Wildform traditionell als Salat oder Gemüse gegessen. Die Kulturform dieser Pflanze ist als Chicorée bekannt. Die Wegwarte hat zahlreiche regionale Trivialnamen, am besten gefällt mir allerdings das schlesische „Wendel“, denn hier wächst sie am Wendelstein.

 

Wegewarte

Es steht eine Blume,
Wo der Wind weht den Staub,
Blau ist ihre Blüte,
Aber grau ist ihr Laub.

Ich stand an dem Wege,
Hielt auf meine Hand,
Du hast Deine Augen
Von mir abgewandt.

Jetzt stehst du am Wege,
Da wehet der Wind,
Deine Augen, die blauen,
Vom Staub sind sie blind.

Da stehst du und wartest,
Daß ich komme daher,
Wegewarte, Wegewarte,
Du blühst ja nicht mehr.

(Hermann Löns)