Laetiporus sulphureus: Schwefelporling

Im englischen Sprachraum als „chicken of the woods“ bekannt, soll der Schwefelborling angeblich nach Huhn schmecken. Meine erste Erfahrung mit diesem Pilz bestätigt das allerdings nicht.

Über ein Kilo brachten die gefundenen zwei Pilze auf die Waage. Roh sollte man den Schwefelborling nicht essen, da er dann angeblich giftig ist, ich habe ihn allerdings trotzdem vor der Zubereitung probiert, da ich immer gerne eine Idee habe, wie mein Ausgangsmaterial vor dem Kochen schmeckt. Besonders interessant hat er nicht geschmeckt, der intensive Pilzgeruch lies allerdings vermuten, das am Ende eine Sauce mit einem guten Pilzaroma dabei heraus kommen könnte. Mangels Rezept und Erfahrung habe ich die Pilze einfach so zubereitet, wie ich Champignons, Pfifferlinge oder Steinpilze zubereiten würde, ein wenig angepasst an den sonntäglichen Kühlschrankinhalt (statt saurer Sahne habe ich Schmand und einen Schuss Zitronensaft für die Sauce genommen). Zunächst habe ich die Pilze gewaschen und zerlegt, dann in Öl & Butter angebraten, mit Brandy abgelöscht, gewürzt (Brühe, Pfeffer, Salz, getrocknete Chili, 1 kleingehackte frische Peperoni). Für die Sauce kamen noch Schmand und Wasser hinzu, sowie ein Schuss Zitronensaft.

Das Ergebnis (Photo fehlt) hat mich nicht umgehauen – im Gegenteil. Während die Sauce tatsächlich einen angenehmen Pilzgeschmack hatte war da eine bittere Komponente, die mir den Genuss an der ganzen Sache ordentlich vermiest hat. Ich habe im Nachhinein mal im Weltnetz geforscht, woran es gelegen haben könnte. Es scheint nicht ungewöhnlich, dass der Pilz eine bittere Note mitbringt. Frisch waren diese beiden Exemplare auf jeden Fall. Den nächsten Schwefelborling, der mir über den Weg läuft werde ich ganz anderes behandeln und vielleicht vor der Zubereitung einlegen. Wenn er angeblich nach Huhn schmecken soll wäre es vermutlich auch interessanter, ihn wie Huhn zu behandeln und zu würzen – als Alternative zu meiner gewohnten Pilzsauce.